Neun Schritte zum agilen Unternehmer

Neun Schritte zum agilen Unternehmer

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Vor 25 Jahren wollte ich die Welt verbessern. Regenerative Energien und Nachhaltigkeit waren Dinge, die mich bewegten, Waldsterben und Umweltverschmutzung waren damals schon Themen, aber irgendwie bin ich damals nicht im Fokus geblieben. ich war meiner Zeit oder dem Arbeitsmarkt vielleicht ein wenig voraus: Als Student der Energie- und Verfahrenstechnik habe ich mich mit Solar- und Windenergie, Biogas und solchen Dingen beschäftigt. Aber die Jobsuche als Ingenieur in der Mitte der 90er Jahre war schwierig, auch wenn man sich das heute kaum noch vorstellen kann. Es selbst als Unternehmer zu versuchen, dazu fehlte mir jemand, der mir sagte, wie das geht. Was sollte ich überhaupt verkaufen? Wie sollte ich das entwickeln? Ich gebe zu, ich war nicht wirklich gut darin – im Welt verbessern – und irgendwann war das Studium auch vorbei – ich wollte eine Familie gründen und brauchte dann auch einen Job. 

Es führen viele Wege zum Ziel und so fand ich bei einer internationalen, großen Unternehmensberatung diesen Job und damit begann eine neue Zeit für mich. Ich kam mit Projekten und der IT in Berührung. Denn bei einer Unternehmensberatung geht es im Prinzip nur um Projekte. ”Hast Du ein Projekt?” – “In welchem Projekt bist Du?” und “Wo bist Du gerade unterwegs?” – das waren die Fragen am Happy Friday, den es damals bei uns gab. Es war immer nett und die Gelegenheit, an dem wir uns im Büro trafen und von der Projektwoche beim Kunden erzählten…

Nun ist das ungefähr 20 Jahre her und ich kann sagen: agil waren diese Projekte nicht. Projektpläne waren wichtig und vor allem das Projektreporting: Budget, Time, Qualität. 

Das war und ist ja auch sinnvoll. Denn es gibt einem ein Gefühl der Sicherheit und Klarheit.

Sicherheit und Klarheit sind – glaube ich – mit die wichtigsten Dinge – sowohl im Projektmanagement als auch im Unternehmertum. 

Vor ungefähr 10 Jahren kam ich dann mit Scrum in Berührung – agiles Projektmanagement…Und ist das nicht gerade ein Verlust von Sicherheit und Klarheit, wenn es keine Pläne und Aufgabenverteilungen im Voraus mehr gibt?

Aber ich habe es ausprobiert. Ich habe mein erstes Projekt in der für mich neuen Weise begonnen. Es war in Thüringen, dort war ein gutes Team und es gab eine gute Aufgabe. Und es war schon zweimal versucht worden, das Projekt zu starten bzw. in die Realisierungsphase zu bringen – aber es ist 2 mal gescheitert! Man hatte sich damals einfach nicht einigen können, was man brauchte und wie man vorgehen sollte. Das Thema war einfach zu komplex – es kannte sich niemand wirklich aus! (und das ist bei IT-Projekten tatsächlich nicht so ungewöhnlich…).

Also führten wir Feedbackschleifen ein: jeden Monat setzten wir uns hin und besprachen das, was wir geschafft hatten. Und jeden Monat überlegten wir, was wir als nächstes tun wollen…Und so geschah das Verblüffende: Die Klarheit wuchs…Der Fachbereich konnte erklären, was er brauchte…die IT-Kollegen haben das verstanden und gemeinsam haben wir überlegt, womit wir beginnen wollen und was danach kommt.

Nun war es kein Riesenprojekt. Es war überschaubar, wir waren ein einziges Team und wir konnten gut zusammenarbeiten. Trotzdem – und das war das Verblüffende – am Ende gab es eine Lösung! Eine Lösung bei der der Fachbereich die Daten so verarbeiten konnte, wie er es brauchte. Alleine zu sagen, was genau benötigt wurde, erwies sich vorher als unlösbares Problem. Plötzlich ging es. Wie heißt es so schön: Wenn du das Ziel kennst, schiebt sich der Weg unter deine Füße. Dazu musst du aber gehen… und nicht stehen. Wenn du in der Lage bist auf dem Weg zu lernen, kommst du der Lösung näher.

Ich kenne das ungute Gefühl genau, dass sich bei dir einschleicht, wenn du merkst, dass du momentan keine Lösung für ein Problem weißt. Denn es wird ja von dir erwartet – und du erwartest das auch selber von dir.

Ich bin ganz sicher – wenn du einmal wirklich verstanden hast, worum es dabei geht, dann sind ungute Gefühle absolut nicht nötig!

Im Grunde genommen sind es 9 Schritte, die du gehen musst, um deine persönliche Antwort zu finden:

1. Ziel und Vision

Wo willst du hin? Was ist der wirkliche Zweck deiner Arbeit, deines Unternehmens und wo willst du sein?

Hier liegt dein eigentliches “Wozu”. Es gibt einen Sinn in deiner Arbeit, deiner Anstrengungen und Deiner Ideen. Alles Läuft auf ein großes Ganzes hinaus. Wenn du dir darüber im Klaren bist, und dieses Ziel genau kennst, kann dich nichts mehr stoppen.

2. Standortbestimmung

Wo bist du jetzt? Wo ist deine Position im Markt, bei den Kunden und persönlich?

Du hast eine Menge erreicht, du hast Kunden und Produkte. Wo stehst du aber genau.?Wie behauptest du dich gegenüber deinen Wettbewerbern? Wie steht es mit der Kundenzufriedenheit – aber auch mit der Zufriedenheit Deiner Mitarbeiter? Wie zufrieden bist du und wie zufrieden sind die Menschen in Deiner Umgebung mit deiner Situation? Klarheit bei diesen Fragen verhilft dir zu einer realistischen Einschätzung deiner Situation.

3. Engpassanalyse

Warum bist du nicht da, wo du hin willst? Was hindert dich daran, dahin zu gehen?

Aus den ersten beiden Punkten ergibt sich ein Delta – sonst würdest du diesen Artikel wahrscheinlich auch gar nicht lesen: Wenn Dir klar ist, wo Du hin willst und wo Du jetzt stehst, untersuche die Frage, was dich bisher daran gehindert hat, da zu sein, wo du eigentlich sein willst. Vielleicht besteht dieses Hindernis auch noch fort. Um Dein Ziel zu erreichen musst du es überwinden, sonst wirst du da bleiben, wo du aktuell stehst.

4. Aktuelle Positionierung

Löst du die Probleme deiner Kunden? Kennst du genau die Bedürfnisse deiner Kunden?

Die Positionierung sagt etwas anderes aus als die Standordbestimmung: Die Positionierung geht mehr in den Kundenfokus: Kennst du deine Kunden und weißt du welche Probleme, Bedürfnisse oder Wünsche sie haben? Hast du ein genaues Bild von ihnen und weißt wo der Schuh drückt? – und vor allem – hilfst du deinen Kunden auch das für sich selbst herauszufinden? Bei der Positionierung geht es darum, vom vielfach vorhandenen “Bauchladen” loszukommen und nicht mehr allen Leuten alles Mögliche anzubieten, sondern Deinen Zielkunden exakt die Lösung ihres Problems. Wenn Du das erreicht hast, bist Du positioniert.

5. Neue Lösungsräume entdecken

Was bedeutet agiles Arbeiten überhaupt, welche Methoden gibt es?

Um sich für etwas zu entscheiden muss man erstmal wissen, dass es die Möglichkeit überhaupt gibt. So ist das mit dem agilen Arbeiten auch: Daher mache Dich schlau: Informiere dich über die vorhandenen Methoden, Frameworks, Vorteile, Anwendungsfälle und Erfahrungen. Agiles Arbeiten ist nicht neu – seit 25 Jahren gibt es beispielsweise das Framework “Scrum” – viele Erfahrungen damit existieren rund um den Globus. So vermeidest Du das Gefühl, dich für eine Katze im Sack zu entscheiden.

6. Prüfe deine innere Einstellung als Unternehmer

Wie kannst du selbst agil arbeiten? Was kannst du konkret tun?

Für dich persönlich stellt sich die Frage, wie du agiles Arbeiten auch in deinen Alltag integrieren kannst. Denn nur was du vorlebst, wird auch bei deinen Kunden und Mitarbeitern auf fruchtbaren Boden fallen. Wissen allein ist keine Macht – um das Sprichwort mal zu widerlegen: nur die durch Wissen inspirierte Handlung ist mächtig!

7. Baue deine inneren Blockaden ab

Wie kannst du agile Werte in dir selbst verankern? Wie kannst du aus Worten Werte machen?

Ich kenne das ungute Gefühl genau, dass sich bei Dir einschleicht, wenn Du merkst, dass Du momentan keine Lösung für ein Problem weißt. Denn es wird ja schließlich von dir erwartet, als Chef, Dienstleister, Unternehmer – und Du erwartest das auch selbst von Dir! Es wird auch nicht besser dadurch, dass Dir einer sagt, das könne man nicht im Voraus planen und das du dazu Experimente machen müsstest. Experimente sind meistens nicht das,  was Deine Kunden oder vielleicht auch Mitarbeiter von Dir erwarten. Diese Gefühle sind allerdings oft nur innere Blockaden, die abgebaut werden können. Sobald die äußeren und inneren Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, führt dein Weg stetig zum Ziel.

8. Entwickle klare Handlungsoptionen

Was müsst ihr als Unternehmen tun, damit es funktioniert?

Agiles Handeln ist planvolles Handeln. Der Begriff des Plans hat aus agiler Sicht allerdings eine andere Bedeutung. Was ist ein Plan? Ein Plan ist eine Abbildung der Realität – Ähnlich wie ein Stadtplan nur eine Abbildung der Stadt ist (und natürlich nicht die Stadt selbst), stellt der Plan eine Abbildung der Realität dar. Und ein Plan in die Zukunft ist eine Hypothese, was ggf. eintreten könnte. Diese Hypothese ist möglichst oft zu überprüfen. Genauso kannst Du vorgehen, in dem du in kurzen Zyklen exakt planst, was du – bzw. ihr als Unternehmen- als nächstes tun werdet. 

9. Deine Erkenntnis

Ja –  Ich bin agil und möchte ein agiles Unternehmen leiten!

Irgendwann, wenn Du wirklich verstanden hast, was hinter diesem “agilen Arbeiten” steckt, wird es dir klar sein, als hätte es nie anders sein können. In dem du dich und dein Unternehmen auf die agile Reise begebt, werdet ihr die wirklichen Ziele erkennen und auch erreichen. Ihr werdet Hypothesen aufstellen und diese so oft wie möglich überprüfen, so dass du sicher sein kannst auf dem richtigen Pfad zu bleiben. Dieser Pfad muss aber nicht der sein, auf dem Du am Anfang losgegangen bist…

Du möchtest Klarheit

werde zum  „agil-liebenden“ = agilophilen Unternehmer.

Du möchtest zuversichtlich in die Zukunft schauen. Du möchtest die Klarheit und Zuversicht, die aus dem Wissen kommt, dass du mit deinen Mitarbeitern einen guten Weg eingeschlagen hast und dass du in der Lage bist, schnell neue Anforderungen umzusetzen und auf neue Ideen zu reagieren…

Und du möchtest die Gewissheit und Sicherheit, dass du weißt, dass eure Ideen nicht irgendwo herkommen, sondern die Probleme deiner Kunden lösen… 

Du möchtest dieses bestätigende Gefühl, dass die Arbeit im Team und in deinem Unternehmen schnell Früchte trägt und du möchtest dieses stolze Gefühl, dass wenige deiner Mitbewerber kann da mithalten können. 

Eine exakte und klare Positionierung am Markt sorgt dafür, dass du genau die Kunden anziehst, die du wirklich haben willst – und deren Probleme oder Bedürfnisse du kennst. 

Dann kommen auch nur die Kunden zu dir, die dich mögen – und die du selbst magst. Und wenn du deine Kunden magst, dann möchtest du deren Probleme lösen und nicht einfach nur verkaufen oder nur weitere Beauftragungen bekommen….Dann bist Du ein agiler Unternehmer und wirst die Welt verbessern!

Du bist nicht alleine – umgib Dich mit den Leuten, die dieselben Herausforderungen haben , wie Du – du findest die agilophile Community in den Gruppen auf Facebook, LinkedIN und Xing:

„IT-Unternehmer verändern die Welt“

In der Gruppe bekommst Du wertvolle Tipps zu Deiner persönlichen Weiterentwicklung und zur agilen Transformation Deines Unternehmens. Du lernst gleichgesinnte Unternehmer kennen und erlebst einen lebhaften Austausch zu den Themen, die Dir am Herzen liegen.